SCIENCE ALMIGHTY!

Bis zum 18.9. bewerben! Erzählworkshop zur Organisation neuer »Wissenschaftskommunikations« -Modelle basierend auf der fiktiven Selbstporträtierung des Wissenschaftlers/ der Wissenschafterin  in einer Welt, die durch seine / ihre Forschung verändert wurde.

Wissen ist Macht. Selten aber hat sich die Wissenschaft mit Politik befasst. Die Klimakrise und die Pandemie könnten dies jedoch ändern. Wie bewusst sind sich Wissenschaftler*innen über das Transformationspotenzial ihrer Forschung? Wenn alles was sie untersuchen, veröffentlichen, ermöglichen und verändern, früher oder später zu einer gesellschaftlichen Frage wird: sollten sich Wissenschaftler*innen und Technolog*innen als »Meta-Bürger« verstehen? Wissenschaftler*innen sind keine Superhelden*innen, bekommen aber mit ihrer machtvollen Position keine größere Verantwortung?

Es gilt neue Wege zu suchen, in denen sich Wissenschaftler*innen und Bürger*innen einander begegnen und  gemeinsam an der Entwicklung ihrer zukünftigen Gesellschaft austauschen. Mit ihrem einzigartigen Blickwinkel könnten sich Wissenschaftler*innen neue Fragen stellen, wie z.B. : »Was würde ich tun, wenn ich die Welt mit meinem Wissen verändern könnte, und auch dürfte

In der Wissenschaftskommunikation geht es nicht nur darum, schwer zu verstehende Dinge zu erklären, sondern auch zu vermitteln, wie diese entdeckt wurden und was sie in der Welt der Menschen verändern könnten: Wissenschaftler*innen könnten mit sich selbst und ihrem eigenen Verständnis als Bürger und Menschen experimentieren. Forscher*innen würden hier ihr Forschungsobjekt weiter erforschen indem sie sich vorstellen würden, wie sich die Gesellschaft durch dieses ändern könnte; - also kein „Science-Fiction“, sondern „Scientist-Fiction“.

Dieser „Scientist-Fiction“-Workshop richtet sich somit an Wissenschaftler*innen die ihre Geschichten erzählen wollen, - und sich sowohl mit ihrem Forschungsgebiet als auch mit sich selbst spekulativ auseinandersetzen wollen. Dabei werden auch ihre Storytelling-Skills trainiert und weiterentwickelt. 

Dieser Workshop bringt Wissenschaftler*innen in eine neue Situation. Hier werden sie auf Geschichtenerzähler*innen und Künstler*innen treffen und dadurch das eigene Wissen auf neue Arten und Weisen erkunden. Um herauszufinden, was Wissen für die Welt tun kann werden sie mit Geschichten, Bildern, Texten, vielleicht sogar Kurzfilmen oder Podcasts arbeiten.  

Kurze, kontinuierliche Coaching-Programme werden dabei helfen Metaphern zu erkunden, fiktive Welten und Charaktere aufzubauen, wissenschaftliches Denken anderes anzugehen — und schließlich die Übertragung des Forschungsobjekts in eine Vielzahl von narrativen Medienformaten umzusetzen, die auf der ganzen Welt gestreamt werden können.

Aufruf:
Potenzielle Teilnehmer*innen (wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, Doktorant*innen sowie Professor*innen) werden gebeten, sich mit einem kurzen Selbstporträt bzw. Motivationsschreiben (A4) und einer Präsentation ihrer Forschung/ ihrem Untersuchungsgegenstand bis zum 18. September 2020 unter info(at)hybrid-plattform.org zu bewerben. Die Sprache des Workshops – Deutsch oder Englisch – wird von der teilnehmenden Gruppe abhängig gemacht.

Prozess:
Die ausgewählten Kandidat*innen werden zu einer Reihe von drei Schreibworkshops eingeladen. Die Workshops dauern in der Regel sechs Stunden. Sie umfassen Pitching- und Beratungssitzungen, »Rapid Proto / Typewriting«, Skizzen, Rollenspiele, Plotten, Charakter-Design usw. Aus diesen spielerisch-kreativen Sitzungen wird ein erzählendes Objekt hervorgehen, das schließlich veröffentlicht wird.

Zeitraum:
Der erste Termin ist für den 9. Oktober 2020 geplant. Die nächsten Termine sollen im Wintersemester folgen.

Ergebnisse:
Die Kurzerzählungen werden auf der Webseite »Science Allmighty« veröffentlicht und mit Links und Informationen der WissenschaftlerInnen und ihrer Forschung untermauert.

Kontakt:
Veranstaltet durch die Hybrid Plattform, konzipiert und durchgeführt von Prof. Timothée Ingen-Housz, Professor für audiovisuelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin.