Klimaklasse der UdK

Klimaprotest in Zeiten von #socialdistancing und #stayathome

Seitdem sich das Coronavirus exponentiell in fast allen Staaten weltweit verbreitet ist es ruhiger um Klimabewegungen geworden. Doch die Proteste sind nicht verschwunden, sondern wurden in das Internet verlegt. So konnten neue Wege entstehen, die Klimakrise zu kommunizieren und Möglichkeiten im digitalen Raum zu testen. Auch die Klasse Klima der UdK Berlin ist in diesem Sommersemester digital ganz vorne mit dabei.

Ende März jährte sich der Tag des ersten deutschlandweiten »Fridays for Future«-Klimastreiks, doch seit Wochen gibt es kaum noch ein anderes Thema als Corona. Die Kommunikation zur Pandemie hat sich über alle denkbaren Medienformate verbreitet und bestimmt das Tagesgeschehen. Große Klimaproteste wichen von den Titelseiten, doch auch in Zeiten in denen auf Sozialkontakte verzichtet werden soll, finden die Proteste weiter statt um fortlaufend auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Zwar musste der globale Klimaprotest unter freiem Himmel der Pandemie weichen, doch nun wird online in sozialen Medien weiter gestreikt. 

Die Klasse Klima existiert seit dem Wintersemester 2019 an der UdK. Im vergangenen Semester erstellte die Klasse Klima einen Katalog mit klimapolitischen Forderungen, der mit politischen Initiativen diskutiert wurde. Zudem wurde an einem Klasse Klima Input Podcast gearbeitet, in dem Diskussionen kondensiert und Perspektiven auf die Klimakrise erläutert wurden. Im November wurde außerdem im Foyer des UdK-Hauptgebäudes die Klimawoche organisiert.

Auch die Klasse Klima der UdK bietet im Rahmen des digitalen Semesters Veranstaltungen an. Die 2019 an der UdK gegründete Klasse Klima machte als offene interdisziplinäre Gruppe von Studierenden und Lehrenden schon im vergangenen Semester auf die Klimakrise aufmerksam. Ziel war es, auch die UdK zu politisieren und Klimaschutz in eine gestalterische Praxis umzusetzen. Im Wintersemester 2019/20—als Präsenzunterricht noch möglich war—luden sie externe Vortragende ein um sich Grundlagen und Theorien zum Thema Klimaschutz anzueignen. Auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Klimakrise folgte die Künstlerisch-Gestalterische, in der alle Teilnehmenden Projekte erstellten, es entstand eine Vielzahl von Projekten.

Im Sommersemester findet die Klasse Klima mit einem ähnlichen Modell wieder statt. Diesmal wird die Klasse von Pascal Kress durch das Semester geführt, der auch Künstlerischer Mitarbeiter der Grafikklasse von Prof. Hickmann ist. Die Coronakrise stellt auch bei dem Kampf ums Klima einen wichtigen Moment dar, denn die Strategie des degrowth/Postwachstum wird so getestet. David Reitenbach, Student und Mitbegründer der Klasse Klima, sagt: »Eine Minderung unseres Wachstums und damit des gesteigerten Verbrauchs ist global eine der nötigen Strategien und gerade kann jede*r individuell erleben, ob Wohlstand auch materiell reduziert möglich ist.«

Inhaltlich beschäftigt sich die Klasse Klima im ersten Teil des Semesters mit dem Thema »Can’t you see that you’re toxic?: Reshaping environmental attitudes« und untersucht darin die gegenwärtige wachstumsorientierte Wirklichkeit, während wachstumskritische Alternativen wie das Degrowth analysiert werden. Die Klasse hinterfragt hierbei situativ die eigenen Werte und experimentiert gestalterisch und künstlerisch mit neuen Ideen. Eingeladen sind in diesem Semester auch wieder externe Expert*innen. Gleich zu  Beginn wird Joanna Pope, die sich mit Degrowth und ökokritischer Theorie beschäftigt, einen Video-Vortrag leiten. Später im Semester wird der zweite Themenblog »Environmental Folklore: Rethinking environmental attitudes« durch einen Input von Elena Schägg zum Thema Greenwashing eingeleitet.

Wir sind gespannt, wünschen ein kreatives Sommersemester 2020 und freuen uns auf die Ergebnisse!

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