Rückblick auf ein hybrides Hybrid-Jahr

©Rene Arnold

©Rene Arnold

Auch wir verabschieden uns, wie jedes Jahr, ein Weilchen in die Sommerpause. Die Covid-19 Pandemie zwang uns alle, auch im Wintersemester 2020/2021 und Sommersemester 2021, die neue digitale Normalität zu leben. Nichtsdestotrotz wollen wir, bevor wir mal ganz fernab von digitalen Endgeräten zum Denken kommen, auf ein weiteres Jahr gefüllt mit digitalen Eindrücken zurückblicken: 

Nach einem Sommer 2020 der Hoffnung auf ein Wintersemester in Präsenz gab, wurden diese Hoffnungen aufgrund steigender Inzidenzen schon zu Beginn des Semesters fast gänzlich eliminiert. Immerhin konnten wir im kleinen Rahmen und unter Beachtung von Hygiene- und Abstandregelen die Sprecher*innen der 40. Hybrid Talks zum Thema »Transparenz« ganz in Persona im Hybrid Lab begrüßen. Die ersten Talks des Semester waren nicht nur die Ersten die wir selbst Live übertragen haben, sie waren auch Teil der Berlin Science Week 2020. Zudem wurden sie bisher – dank Digitalität – über 260 mal geschaut und haben somit ca. viermal so viele Menschen erreicht als vergangene Hybrid Talks. 

Im Dezember folgte ein weiteres hybrides Highlight. Die inzwischen über 7.000 Mal gestreamten dritten Hybrid Futures fanden abermals in Kooperation mit dem Futurium via Livestream statt. Ein spannender Abend der durch die Diskussionen und Spekulationen der beiden Gäst*innen, Vera Meyer und Sven Pfeiffer, die gemeinsame Arbeit der Biotechnologin und Künstlerin und des Architekten spiegelte. 

Gleich im Januar folgten dann die ersten Hybrid Talks, die 41ten, die lediglich rein digital stattfinden konnten, was Qualität und Informationsgehalt des Abends »Natur« jedoch in keinster Weise schmälerte. Auch der anschließende Austausch im virtuellen Raum Wonder gab die gewohnte Möglichkeit nach den Talks in den Dialog zu treten. Dieses virtuellen Networking lief so erfolgreich, dass sogar es die Geburtsstunde von neuen Kooperationsprojekten wurde. 

Im Februar versuchten wir, gemeinsam mit der Falling Walls Foundation  und derChemical Invention Factory (CIF), ein neues Eventformat: die »Hybrid Challenge«. Zusammen forderten wir Followers aus unseren Netzwerken heraus, sich zwei konkrete Herausforderungen im Bereich der Grünen Chemie anzunehmen, ihr Nutzungspotential zu beschreiben und zu kommunizieren. Die Teams arbeiten, sich mit anderen Science Engager*innen aus der ganzen Welt austauschend, virtuell an der Challenge und lernen dabei viel über kreative Kommunikationsansätze und Perspektiven. 

Das postdramatische Theaterstück Dancing at the Edge of the World von REPLICA und ihren Kollaborateuren wurde Ende März 2021 online aufgeführt. Das Stück wurde nach einer Forschungsphase seit Herbst 2020 im Berlin Open Lab der UdK entwickelt. Auf die außergewöhnliche Livestream-Performance im März folgte ein Q&A mit den Künstler*innen, Designer*innen und Wissenschaftler*innen die an der Entwicklung beteiligt waren. Viele spannende Fragen und Diskussionsansätzen kam auch aus dem live Chat.

Trotz der Einschränkungen blickt die Hybrid Plattform auf ein aufregendes digitales Veranstaltungsjahr zurück, das durch die 42. Hybrid Talks, die seit über einem Jahr endlich wieder in Präsenz – live im Hofgarten der UdK – stattgefunden hätten, gekrönt worden wäre. Diesmal war es nicht Corona, sondern der Dauerregen der einem echten Zusammentreffen in der Quere stand und uns zwang die Hybrid Talks zum Thema »Kohäsion«zu verschieben. Wir freuen uns drauf im kommenden Jahr. 

Doch nicht nur auf der Veranstaltungsseite ist viel passiert im vergangenen Jahr, auch eine Reihe an Forschungs- und Lehrformaten haben in Kooperation oder durch die Unterstützung der Hybrid Plattform stattgefunden. So ist im Wintersemester der von langerhand geplante universitätsübergreifende und interdisziplinäre Masterstudiengang der UdK und der TU Berlin »Design & Computation« an den Start gegangen. 20 Studierende aus unterschiedlichsten Fachrichtungen haben eine spannende Zeit durchlaufen, in der sie vielschichtiges Wissen in kreativen Praxisformaten anwenden. Für den nächsten Startterrmin gab es bereits riesigen Andrang mit mehreren hundert Bewerbungen, die mit viel Mühe auf nur eine kleine, ausgewählte Gruppe reduziert wurde. Das Thema trifft ganz offensichtlich den Zeitgeist und ein Wissensbedürfnis!  

Seit Oktober steht im Workshop »Science Almighty«, der von der Hybrid Plattform gemeinsam mit Prof. Timothée Ingen-Housz initiiert wurde, die Frage im Mittelpunkt, wie Wissenschaftler*innen ihre Forschung anders kommunizieren können. Hier werden Techniken des Storytellings angewandt, um neue Narrationen zu entwickeln. 

Im Oktober fand der Workshop »Arbeiten zwischen Wissenschaft, Technik, Kunst und Gesellschaft«, der von Nina Horstmann von der Hybrid Plattform und Emilia Nagy vom ZTG geleitet wird, bereits zum vierten mal statt - doch diesmal erstmals virtuell. Auch für die RWTH Aachen wurde der Workshop durchgeführt, da hier ein Forschungskolleg den gezielten Wissensaufbau suchte. Die Ergebnisse und Eindrücke der vergangenen vier Jahre wurden zudem von Nina Horstmann und Emilias Nagy für die Fachtagung an der TU Berlin »Transdisziplinarität als institutionelle Herausforderung für Universitäten« am 15. & 16. Juni 2021 und in einem Artikel auf ShapeID zusammengefasst. 

Für die »Voices of Culture« Initiative, die Vorschläge für die EU Kommission erarbeitet, hat sich Nina Horstmann von der Hybrid Plattform in der Gruppe für Nachhaltigkeit und Kultur eingebracht. In einem zweitägigen Workshop haben die ausgewählten Teilnehmer*innen aus der EU Vorschläge erarbeitet und dann über mehrere Monate hinweg ausgearbeitet, um die Ergebnisse dann vor der Kommission vorzustellen. 

Gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst Wien war die Hybrid Plattform als Input-Geberin bei dem Kurs »From Societal Impact Strategy to Implementation and Execution« des Networks for Advancing and Evaluating the Societal Impact of Science (AESIS Network) dabei. Alexandra Graupern (Wien) und Nina Horstmann (Berlin) haben zusammen einen virtuellen Workshop zu Wirksamkeit bei Kunst-Wissenschaftskooperationen gegeben, der Anlass war, selbst nochmal über Methoden und Herangehensweisen zu reflektieren. Dieses Thema wird auch in Zukunft noch zusammen weiterbearbeitet. 

Die Zeit wurde von Nina Horstmann auch für das Verfassen eines Artikels zu »Kunst und Wissenschaft« für das Handbuch Transdisziplinäre Didaktik genutzt. Dieses wird am 9. September 2021 im Zuge eines Symposiums an der TU Berlin vorgestellt werden, welches in Teilen auch online verfolgt werden kann. 

Wie immer haben wir zudem über das Jahr unter der Kategorie »News« all die kleinen und großen Geschehnisse, Projekte, Ideen, Reviews und Gastbeiträge für euch veröffentlicht – neue News, Veranstaltungen und Projekte der Hybrid Plattform publizieren wir dann ab Ende September wieder. Bis dahin wünschen wir allen einen fantastischen Sommer! 

Rosa 

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