Bericht zur Podiumsdiskussion – Emotionen

©Fabian Kruse

Emotionen scheint eine eigene Logik inne zu wohnen. Traditionelle philosophische Betrachtungsweisen haben Emotionen häufig in Zusammenhang mit oder im Gegensatz zu Rationalität gedacht. Werden Emotionen von Urteilen hervorgerufen, können sie gar mit ihnen identifiziert werden oder sind Emotionen vor allem etwas Leibliches?

Ein besonders spannendes Phänomen in Bezug auf Emotionen sind gemischte Gefühle, die Möglichkeit der Ambivalenz von Emotionen – welche verschiedene Emotionstheorien in die Bredouille bringt.
Ein Semester lang haben sich Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen mit dem Phänomen der gemischten Gefühle beschäftigt. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit der Debatte wurde ein Theaterstück im Hinblick auf ästhetische Ambivalenzen untersucht sowie das eigene Gefühl studiert und schriftlich aufgezeichnet. In Anlehnung an die sokratische Methode, Erkenntnis durch Dialog zu erlangen, formulierten die Studierenden Fragen, die sich ihnen in Bezug auf die Debatte stellen und gingen diesen in einer öffentlichen Podiumsdiskussion nach. Als Gesprächspartner waren Frau Weber-Guskar, Professorin für Ethik und Philosophie der Emotionen am Institut für Philosophie I an der Ruhr-Universität Bochum, Herr Baumgarten, freischaffender Theaterregisseur und Autor sowie Herr Häfner, Professor für Kommunikationspsychologie an der Universität der Künste in Berlin, geladen. Nachdem die Studierenden eine Einführung in die Debatte gegeben hatten, diskutierten sie ihre Fragen mit den Experten, wobei durch die unterschiedlichen Perspektiven der Experten ein differenzierter Zugang möglich wurde und sich eine lebendige Diskussion entwickelte. Anschließend gab es Raum für Fragen aus dem Publikum, das so engagiert mitdiskutierte, so dass wir erst um halb neun den offiziellen Teil beendeten. Im Anschluss gab es bei Essen und Trinken die Möglichkeit, das Gehörte Revue passieren zu lassen, an Fragen noch einmal anzuknüpfen und in kleinen Runden weiterzudiskutieren. Dieses Angebot wurde ausgiebig genutzt und erst nach Mitternacht fand auch der inoffizielle Teil des Abends ein Ende.

Das Seminar “Gemischte Gefühle – Horror, Schadenfreude und Humor” und die Podiumsdiskussion wurden von Teresa Geisler, wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Vertretung von Elternzeit am Fachgebiet „Ethik und Technikphilosophie“ an der TU organisiert.

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