REPLICA: »Dancing at the Edge of the World«

In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen, Designer*innen, kreativen Programmierer*innen und New-Media-Künstler*innen stellt  sich REPLICA künftigen Gesellschaften mit ihren Folkloren und entwickelt Prototypen um neue Werkzeuge und Rituale zu entwickeln.

REPLICA ist ein interdisziplinäres Performance-Kollektiv und ein Labor für verkörpertes Experimentieren mit digitalen Werkzeugen, neuen Medien und spekulativem Design. Sie stellen sich das Tanztheater von morgen vor - spielerisch, subversiv, interaktiv, untermauert von neu entstehenden Kulturen und sozialem Wandel - und erforschen, wie Technologien das kollektive Unbewusste durchdringen und neue ästhetische Codes erzeugen.

Treibende Fragen innerhalb REPLICAs künstlerischer Forschung drehen sich um die Politik der Wissenserschaffung in Beziehung zum Körper: Wie kann verkörpertes Wissen erfasst und ausgedrückt? Wie kann dem Körper eine synthetische Stimme gegeben werden? Wie kann der Körper in ein Musikinstrument verwandelt, das durch verschiedene Aspekte seiner Lebendigkeit aktiviert wird? Kann einem kollektiven Körper eine synthetische Stimme gegeben werden? Wie kann in Grenzräumen zwischen semantischer Klarheit und Mehrdeutigkeit navigiert werden; von artikulierter Sprache zu abstraktem Klang und Geräusch; von artikulierter Geste zu abstrakter Bewegung?

Hierfür wurden Werkzeuge entwickelt, die es ihnen erlauben, Aspekte ihrer Körperlichkeit mit digitalen Medien in verschiedenen Formen zu verbinden. Sie sind nicht projekt-, sondern praxisspezifisch und dienen als adaptive Toolkits für intermediale Komposition.

In dem Projekt »Dancing at the edge of the World«, das in eine gleichnamige Performance mündet, die am 18.03.2021 um 18 Uhr per Live-Stream Premiere feiern wird, gibt es eine Capture Wearable Technology, ein Halsband mit Biegesensoren, die an 8 Punkten am Körper angebracht werden können. Die Sensordaten werden lokal auf einem Bela-Board, das an jedem Punkt angebracht ist, verarbeitet und gesammelt und können in Echtzeit über ein drahtloses Netzwerk an eine zentrale Einheit weitergeleitet werden. Ein Lautsprecher sitzt an der Vorderseite des Halsbandes und gibt Töne ab, die auf die Position der Sensoren reagieren können - darauf, wie der Darsteller seinen Körper bewegt. 

Bei diesen Sensordaten handelt es sich um Listen von Zahlen, die auf verschiedene Weise sonifiziert oder visualisiert werden können, wodurch akustische oder visuelle Kartografien der im Flug erfassten Bewegung entstehen. Es handelt sich um eine Hyper-Simplifizierung der Bewegungsrealität, die jedoch etwas Wesentliches hat: Sie ist der Beginn einer digitalen Körpersprache, mit der sich die*der Performer*in verbindet, sie verstehen und durch ihre Körperlichkeit verändern kann.

Kommunikation und Unterstützung durch die Hybrid Plattform.