Faszination Emotionen

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Unsere 22. Hybrid Talks – ganz im Zeichen der Emotionen – waren wieder mal ein gelungenes Event. Es war ein Abend des Präsentierens und des »In-den-Dialog-Tretens« verschiedenster Forschungsansätze und -ergebnisse in Kunst und Wissenschaft. Wenn man also, wie wir es uns ja auf die Fahne schreiben, diese »Welten« unter dem Deckmantel der Emotionsforschung zusammenbringt – was bleibt dann als Fazit?

Ob in der Rezeptionsforschung von Filmen, in der Sprachtechnologie, der Linguistik oder in der Audiokommunikation – Emotionen sind ein uns so gegenwärtiger, dennoch schwer messbarer und deshalb vielleicht gerade so faszinierender Untersuchungsgegenstand, der eine enorme Wirkung auf die Menschen hat. Kein Wunder also, dass hier ein großes Interesse – egal in welchem Wissenschaftsbereich – herrscht.  

Emotionen veranlassen uns Filme oder Musik weiterzuempfehlen und spielen auch eine große Rolle, wenn es beispielsweise um die strategische Positionierung eines Unternehmens geht. Wer hier den Zusammenhang versteht, weiß, wie man gute Spielfilme oder Werbung macht, wie man den Zuschauer emotional mitnimmt und so in Erinnerung bleibt.

Die Messung der Persönlichkeit und des emotionalen Zustands eines Mediennutzers anhand von Sprache und Schrift kann dabei helfen, Emotionen zu aktivieren und zu lenken. Wenn beispielsweise ein Demenzpatient bei einem Computerspiel gezielt motiviert wird das Spiel zu Ende zu spielen, hat es einen weitaus größeren Nutzen als ohne die automatische Anpassung an den jeweiligen Spieler.  

Des Weiteren können Emotionen in ihrer Inszenierung ein »Trikot« sein, wenn es um Zugehörigkeit zu einer Gruppe geht. Stichwort Fußball Live-Ticker und Tweets: Das gezielte Adaptieren emotionaler Praktiken im Journalismus schaffen ein Zielgruppen-gerechtes Milieu in den Medien und haben einen linguistischen unverwechselbaren Wiedererkennungswert. Ähnliches kann man in der politischen Berichterstattung beobachten.

Zu guter Letzt können wir zusammenfassen, dass Audiomedien ebenfalls einen guten Ausgangspunkt zur Emotionsforschung hergeben, denn ihre Vielfalt und ihr neuerdings mobiles Auftreten machen es unheimlich spannend Unterschiede der Emotionsintensität beim Musikhören zu untersuchen. Die Simulation von Schallfeldern, die Kopfhörer, eine Stereoanlage und einen Konzertsaal imitiert, zeigt, dass Audiomedien ein geeigneter Moderator des Musikgenusses sind.

Alles in allem bleibt also festzuhalten, dass die Fülle an den Methoden und Anwendungen der Emotionsmessung deutlich macht, dass Medien vermehrt einen starken Einfluss auf unser emotionales Befinden haben. Solange dies erforscht und im Sinne des Nutzers gelenkt wird – ohne ihn dabei zu manipulieren – können wir von einer fruchtbaren Wechselwirkung zwischen Medien und Emotionen sprechen und uns auf eine spannende Zukunft gefasst machen.

– Lina