Mikroplastik und Medusen – Expeditionen ins H₂O

© Roman Kroke

Links: »Crystalline Garden«, Ort: Université du Maine, Le Mans/FR, Institute of Molecules and Materials; rechts: »Dancing Synthetics«, Ort: Aquarium de La Rochelle/FR; © 2017 Roman Kroke

KunstStoff Wissenschaft: Studierende der UdK und TU Berlin werden im Wintersemester 2017/18 zusammen auf Reisen gehen, um zum aktuell brisant diskutierten Thema »Mikroplastik« zu recherchieren. Jenen winzigen Kunststoffpartikeln auf der Spur, die in Ozeanen, Flüssen und Meerestieren gefunden wurden und wohlmöglich auch ein Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellen?

Fragestellung und Inhalte

»… wie ein Kind vor der Märchenwelt« – so beschrieb Marie Curie, Nobelpreisträgerin in Physik und Chemie, einst den Gelehrten vor den Naturgesetzen. Experimentelles Arbeiten als Strategie zum Finden und Erfinden neuer Lösungen ist in der wissenschaftlichen Forschung ebenso gefragt wie in künstlerischen Arbeitsprozessen. Welche Entdeckungen können Studierende der UdK für ihre künstlerische Formsprache und Methodik machen, wenn sie ihre Ateliers, Proberäume und Dunkelkammern verlassen und sich zusammen mit Studierenden der TU in die Laboratorien von WissenschaftlerInnen begeben? Können umgekehrt Studierende der TU neuartige Impulse für ihre Denkprozesse ableiten, indem sie Perspektiven der Künste auf wissenschaftliche Herausforderungen übertragen? Inwieweit kann Kunst als Kommunikationsbrücke helfen, komplexe Forschungsinhalte zum Thema »Mikroplastik« einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um so für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu sensibilisieren?

In der ersten Seminarphase werden die Studierenden bei einer Führung hinter die Kulissen des Berliner Aquariums zunächst mit der maritimen Zauberwelt der Medusen in Berührung kommen. Ein Quell des Gespürs für die Verletzlichkeit der Unterwasserwelt? In diesem Zusammenhang werden sie sich mit verschiedenen philosophischen Fragestellungen zum Themenkreis »Nachhaltige Entwicklung« auseinandersetzen: dem Verhältnis zwischen »Verletzlichkeit und Verantwortung«, »Mensch und Material« sowie der unsicher gewordenen Grenze zwischen »Natürlichem und Künstlichem«. Anschließend werden die Studierenden zu unterschiedlichen Forschungsinstituten in Deutschland reisen, um dort zusammen mit WissenschaftlerInnen in die aktuelle Laborpraxis zum Thema »Mikroplastik« einzutauchen. Im zweiten Teil stehen die Studierenden dann vor der Aufgabe, ihre in der Laborpraxis gewonnenen Einblicke in ein künstlerisch-wissenschaftliches Konzept zu transformieren. Dabei können sie frei zwischen unterschiedlichsten Darstellungsformen wählen (Soundcollage, szenische Lesung, Skulptur, Fotografie, Gedicht, Performance,…). Das Projekt und die entstanden Werke sollen abschließend in einer Ausstellung präsentiert werden.

Zielgruppe

Die Lehrveranstaltung richtet sich an StudentInnen der UdK und der TU Berlin.

Unterstützung durch die Hybrid Plattform

Unterstützung und Kommunikation

Foto-Dokumentation

Bildergalerie und Hintergrundinformationen zum Entwicklungsprozess des Projekts

Dank

Besonderer Dank für Austausch und Anregungen im Rahmen der Ausarbeitung des Projektkonzepts gilt folgenden Personen: Dr. Annika Jahnke, Dr. Dana Kühnel, Christoph Rummel (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ); Prof. Dr. Jérôme Cachot, Florane Le Bihanic (Université de Bordeaux/FR, Institut Ecotoxicologie Aquatique); Dr. Gunnar Gerdts (Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung/AWI); Rainer Kaiser, Daniel Strozynski (Aquarium Berlin); Ambre Bénier, Frédérique Michely, Pierre Morinière (Aquarium La Rochelle/F); Dr. Marie-Laure Bégout (IFREMER, Institut français de recherche pour l'exploitation de la mer/FR); Dr. Annegret Potthoff (Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS); Dr. Fabienne Lagarde (Université du Maine/FR, Institut des Molécules et Matériaux); Prof. Dr. Erik A. Toorman (Catholic University of Leuven/BEL, Department of Civil Engineering); Prof. Dr. Jean-Philippe Pierron (Université Jean Moulin Lyon 3/FR, Directeur école doctorale de philosophie); Prof. Dr. Rita Triebskorn (Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Evolution und Ökologie); Prof. Pflugmacher Lima (University of Helsinki/FI, Faculty of Biological and Environmental Sciences); Dr. Florian R. Storck (DVGW-Technologiezentrum Wasser); Dr. Mark G. J. Hartl (Heriot-Watt University Riccarton/GB, Director Centre of Marine Biodiversity and Biotechnology); Prof. Dr. rer. nat. Thomas P. Knepper (Hochschule Fresenius, Dekan Fachbereich Chemie & Biologie, Direktor Institute for Analytical Research/IFAR); Dr. Ulrike Braun (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung); Prof. Dr. Christiane Zarfl (Eberhard Karls Universität Tübingen, Zentrum für Angewandte Geowissenschaften/Umweltsystemanalyse); Saskia Rehse (Doktorandin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin); Prof. Sylvie Gobert (Université de Liège/BEL, Département de Biologie, Ecologie et Evolution); Prof. Dr. Christian Laforsch (Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Tierökologie); Dr. Claus Gerhard Bannick (Umweltbundesamt, Abwassertechnikforschung); Dipl.-Ing. Regina Gnirß (Berliner Wasserbetriebe, Forschung und Entwicklung).